Wir sind beim Kapitel “Verzinnen” angekommen.
In der Fotostrecke zeige ich, wie man eine Schweissnaht verzinnt.
Das Zinn haftet auf der Schweissnaht, stärkt diese und schützt sie vor Rost.
Jedes eingeschweisste Reparaturblech an einer Fahrzeugkarosserie bietet unglaubliche Möglichkeiten für neuen Rost. Daher müssen die Nähte besonders geschützt werden, damit man vor erneuter Oxidation für Jahre Ruhe hat.

Schritt1:  Das zu verzinnende Blech wird mit einem Drahtbürstenkopf blank
              gemacht. Am besten eignet sich eine Bohrmaschine dafür.
              Nicht auf das Blech aufdrücken, sondern den Bürstenkopf nur leicht
              über das Blech “laufen lassen”, bis die Oberfläche auf der Schweiss-
              naht und 3-4 cm darüber und darunter blank ist.
Schritt2:  Die Verzinnungspaste gut umrühren und mit einem Pinsel auf das
              blanke Karosserieblech und auf die Schweissnaht auftragen.
Schritt3:  Eine Lötlampe zur Hand nehmen, Gas aufdrehen und anzünden, so
              dass eine blaue Flamme, wie auf dem Bild zu sehen, entsteht.
Schritt4:  Einen sauberen Putzlappen zur Hand nehmen. Den Flammen-
              abstand zum Karosserieblech auf ca. 10-15 cm halten und gleich-
              mäßig die Hitze über der Verzinnungspaste verteilen. Nicht auf einer
              Stelle bleiben, da sich sonst das Blech verziehen kann. Gleichmäßig
              Wärme einbringen, bis sich die Verzinnungspaste chromfarben ver-
              färbt. Dann mit dem Putzlappen mehrere schnelle “Wisch-Vorgänge”
              in der chromverfärbten Verzinnungspaste vornehmen. Die Ver-
              zinnungspaste nimmt dadurch die Verbindung mit dem Karosserie-
              blech auf. Sie dient gewissermaßen als Grundierung für weitere
              Arbeitsgänge.
Schritt5:  Wenn die Verzinnungspaste über der Schweissnaht, darunter und
              darüber (etwa 4-5 Zentimeter) verschmiert ist, die Lötlampe aus-
              machen. Blech für 5 Minuten abkühlen lassen.
Schritt6:  Das Stangenzinn zur Hand nehmen und auf den Anfangspunkt der
              Schweissnaht stützen. Jetzt mit der Lötlampe (wieder mit bläulicher
              Flamme) zwischen Karosserieblech und dem Aufstützpunkt des
              Stangenzinns die Wärme einbringen. Das Zinn wird schmelzen und
              auf der Schweissnaht haften bleiben. Hier gilt es genau auszutüfteln
              ab wann das Stangenzinn anfängt zu tropfen. Das darf nicht sein!
              Es muss eine zähflüssige Masse sein. Das Stangenzinn leicht drehen
              beim Erwärmen und dicke Zinntropfen auf die Schweissnaht nebeneinander anbringen.
              Es soll nicht auf den Boden tropfen! Wenn es zu flüssig wird, mehr Abstand halten
              mit der Flamme. Leider konnte ich mit dem Aufstützen des Stangenzinns nicht
              3 Dinge gleichzeitig halten, da ich ja auch noch fotografieren musste. Hier fehlt die
              Flamme auf dem Foto!!
Schritt7:  Blech für 5 Minuten abkühlen lassen, wenn das Zinn in dicken
              Klecksen in einer Reihe auf der Schweissnaht haftet.
Schritt8:  Einen speziellen Holzspachtel und einen Wachsklumpen zur Hand
              nehmen. Gibts beides im Karosseriefachhandel.
              Der spezielle Holzspachtel hat den Vorteil, das er nicht so
              schnell Feuer fängt.
Schritt9:  Wachs mit der Lötlampe erwärmen und die Holzspachtelspitze ins
              flüssige Wachs tauchen, so das sie gute 1-2 Zentimeter mit Wachs-
              schicht umschlossen ist. Das hat den Vorteil, das das Zinn nicht mit
              dem Holzspachtel verbackt.
Schritt10: Mit der Lötlampe die Reihe von Zinnklecksen Stück für Stück er-
               wärmen und mit dem Holzspachtel die Kleckse glattstreichen.
               Quasi so, als schmiert man mIt einem Messer die Butter aufs Brot
               Wenn alle Kleckse flach über der Schweissnaht verschmiert sind,
               Lötlampe ausmachen und Zinn mit Blech abkühlen lassen.
Schritt11: Zinn hat den Vorteil, das es metallisch ist, aber sich auch sehr gut
               schleifen bzw. bearbeiten lässt. Man nimmt sich jetzt eine spezielle
               Karosseriefeile und schleift alles glatt. Nicht so doll aufdrücken
               dabei. Man erhält eine schon fast perfekte Oberfläche, die später
               nur noch minimal Spachtel und Füller erfordert.

Erstmal vom Verzinnen genug. Ich mach etwas anderes. Ich habe mir das rechte untere Deckblech des Einstiegs vorgenommen. Das wird später unter die Karosserieeinstiege geschweisst. Aber die Muttern, die vom Hersteller draufgeschweisst wurden, gefallen mir nicht. Sie sind teilweise nicht richtig verschweisst und könnten sich später losreissen wenn man die Karosserie auf die Plattform schrauben will. Also habe ich alle Vierkantmuttern entfernt und mir bessere besorgt. Diese habe ich dann mit dem Deckblech aufs beste verschweisst. Man stelle sich vor, die Karosserie soll irgendwann wieder mit der Plattform verschraubt werden und die Einstiege sind dann von unten zu. Man schraubt dann von unten die Karosserie fest und “Zack” Mutter abgerissen. Ein Albtraum. Muss man nicht haben.

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Letztes Update:
23.06.2018

 

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