Käfer-Restauration Seite62


Damit ich nicht untätig im Winter herumsitze, habe ich mir ein paar günstige "neue" gebrauchte Käferfelgen ohne Reifen organisiert. Die Grösse ist 4J x 15. (so wie es gehört lt. Prospekt, für den 1200L Käfer von 1979).
Diese müssen auch entrostet, grundiert, gefüllert und lackiert werden. 
Allerdings sehen die neu erworbenen Felgen besser aus, als die 28x überstrichenen Stahlfelgen (4,5J x15), die zur Zeit noch am Fahrgestell montiert sind. 
Zudem sehe ich an den zugekauften Felgen keinerlei Bordsteinrempler oder sonstige Macken. Es sind einfach ehrliche Felgen.

Die Felgen stammen alle von einem Fahrzeug. Es muss wohl ein Sondermodell " VW Käfer Special Bug" gewesen sein. Denn nur diesen gab es werksseitig mit goldlackierten Felgen. 
Das wird aber alles entfernt. Dieser Felgensatz wurde einst in Ebersbach bei der Fa. SÜDRAD gefertigt. Eine Firma, die es leider schon nicht mehr gibt...
Es ging mir einfach um die richtige Felgengrösse, wie sie auch im Prospekt steht. Die Felgen werden aufbereitet und silber lackiert mit 2-Komponenten-Lack.

Am 21.11.25 fing ich damit an, die erste Felge von diesem Satz zu entrosten. Es ist die Felge oben rechts im Bild, welche im Felgenbett am meisten verrostet war. 
Der Rost ließ sich dennoch gut entfernen mit dem CSD-Schleifaufsatz für die Bohrmaschine. Auch die Felgenschüssel wurde recht gut entrostet. Das meiste, was übrig blieb war schwarzer Schutzlack von der damaligen KTL-Beschichtung und kleinere Rostpunkte. 
Ich reinigte die Felge mit einem Papiertuch und Silikonentferner. Danach wurde ein mattroter Einkomponenten-Rostschutzlack auf den blanken Stahl aufgetragen, damit nicht gleich wieder der Rost ansetzt aufgrund von Luftfeuchtigkeit u. a.
Dieser Schutzlack hat jetzt Zeit, gut durchzutrocknen. 
Alle restlichen Felgen von diesem Satz werde ich genauso bearbeiten. 
  


Als besonderes "Schmankerl" habe ich mir 4 nagelneue Chromradkappen organisiert. Diese sind vom Rand her etwa 7mm höher als die damals verwendeten Chromradkappen beim Käfer. Leider gibt es diese ganz flache Ausführung überhaupt nicht mehr... und wenn dann nur verdellt oder verrostet, so wie meine alten Kappen es sind. 
Der Höhenunterschied von 7mm fällt aber nicht wirklich ins Gewicht. Nachgefertigt werden nur noch diese etwas höheren Chromradkappen. Diese sind gleichzeitig geeignet für den VW-Bus T2 und T3. Die leichte Erhöhung des Aussenrandes kommt dadurch zustande, weil die VW-Busse einen herausstehenden Achsstummel haben.
Das ganze ist aber optisch nicht wirklich störend. 
Selbst die etwas erhöhten Chromradkappen sind zur Zeit in keinem einzigen VW-Internetshop mehr lieferbar. Stehen zwar im Sortiment, aber können nicht geliefert werden. 
Daher bin ich froh, das ich diese dellenfreien Neuteile  mit top Chrom gefunden habe.

Mittlerweile kann man gute Exemplare schon fast mit Gold aufwiegen...

Am 09. und 10.02.26 unterbrach ich die Winterpause und es ging mit einer zweiten Felge des VW-Käfers weiter. Auch hier wurde gründlich mit der CSD-Scheibe entrostet. 
Auch diese Felge wurde mit Silikonentferner gereinigt und mit 1Komponenten-Rostschutzgrundierung (rot) als erste Schicht behandelt. Normalerweise bin ich kein Fan von 1-Komponent-Produkten. Da ich die Felgen jedoch nacheinander an verschiedenen Tagen blank schleife, besteht die Gefahr, das nach etwa 5 Wochen (bis ich dann alle Felgen blank geschliffen habe) sich schon wieder bei den zuerst blankgeschliffenen Felgen neue Flugrostpunkte zeigen. Deshalb wird mit 1K (Einkomponentenfarbe) vor Rost geschützt. Wenn man direkt jede einzelne blank geschliffene Felge mit einem 2-Komponenten-Expoxygrundierfüller behandeln würde (was eigentlich besser wäre), dann wäre ich gezwungen die 2-Komponenten-Spraydose (weil mit Härter) sofort aufzubrauchen, weil die Farbe sonst in der Dose eintrocknen würde und man dann wieder eine noch halbvolle (teure) 2K-Dose entsorgen muss. Ich möchte nur immer eine Felge komplett entrosten, wenn ich frei habe. Das ist schon genug Arbeit.
Trotzallem kommt auf diese 1K (roter Rostschutzlack) Beschichtung noch eine 2-K-Epoxygrundierung mit Härter drauf. Allerdings werden dann direkt alle 4 Felgen damit beschichtet, damit die 2K-Spraydose vollständig aufgebraucht werden kann. Wäre sonst Schade. Normalerweise vertragen sich 1K-Produkte mit 2K-Produkten. Es muss gewährleistet sein, das das 1K-Produkt absolut durchgetrocknet ist. Ansonsten gibts unter Umständen "Runzeln im Lack", weil 2K das 1K anlösen könnte. 
In meinem Fall wird das nicht passieren, weil die rote 1K-Farbe genügend Zeit hat um zu trocknen, so dass alle Lösungsmittel aus der Farbe rausgedünstet sind. Die 2K-Epoxy-Grundierung schützt dann nochmals zusätzlich vor Rost und "sperrt" sozusagen die Rostschutzfarbe ab. Erst danach kommt der Decklack in 2K-seidenmatt silber. 
Zwischen allen Beschichtungsschritten erfolgt ein Anschliff mit Schleifvlies.

Da warens schonmal zwei.

Immernoch im "Rädermodus"...
Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen...  Heute am 18.02.26 wurde Felge 3 entrostet und
mit Rostschutzgrund behandelt. Felge 1 und Felge 3 haben mir am meisten Arbeit bei der Entrostung gemacht... und zwar in der Felgenschüssel. Irgendein Besitzer hat da in den Bremsendreck ein "VL" und "VR" eingeritzt. Heisst, die Felgen waren anscheinend stets vorne montiert. Da sind natürlich die Bremsscheiben zuhause und jeglicher "Gnatz" vom Bremsenabrieb brennt sich dann in der Felgenschüssel schön fest... und das gepaart mit Rost. Der "Normalo" putzt niemals die Felgenschüssel. Das mache immer nur ich (eigenartigerweise) zum Saison-Radwechsel. 
Aber auch hier habe ich es hinbekommen mit dem Entrosten...


Ich weiß... jetzt wirds langatmig, aber ich versuche wirklich jeden Arbeitsschritt in dieses Restaurations-Tagebuch zu quetschen. Auch für Felge 4 gibts natürlich Fotos.
Heute am 25.02.26, wurde Felge 4 komplett entrostet und auch mit Rostschutzgrund beschichtet. Das bedeutet:  Mit dem Rostschutzgrund bin ich jetzt durch. Zudem ist mir heute auch noch meine 20jährige Bohrmaschine defekt gegangen. Sie funktioniert zwar noch, aber die ganze Welle hat sich im Gehäuse verschoben (quasi Gehäuse geschmolzen),  weil ich sie wohl doch zu sehr belastet habe mit den ganzen Entrostungen. Macht aber nichts, weil das Schnellspannfutter eh schon defekt war und man sowieso schon Bohrer und Schleifaufsätze mit der Feststellzange festziehen musste. 
Da muss halt jetzt mal eine neue Bohrmaschine her.
 

VOILA...

In den nächsten Tagen, werden alle 4 Felgen mit Schleifvlies leicht angeschliffen. Dann erfolgt, für alle Felgen in einem Durchgang, die besagte 2-Komponenten-Epoxygrundierung.