Käfer-Restauration Seite72

Am 23.05.26 habe ich den Kofferschachtboden unterhalb der Rückbank angeschliffen. Somit ist jetzt alles angeschliffen für die Hauptgrundierung der Karosserie. 

Eine Schwierigkeit gab es noch...    
Da die Heizungsluft des Käfers - vom Gebläse des Heckmotors - durch die Wärmetauscher hindurch,  zu beiden Heizungsrohren in die jeweiligen Einstiege geleitet wird, muss diese Heizungsluft natürlich auch zum Lüftungskasten, oder bei L-Modellen, zum Gebläsekasten bzw. zur Windschutzscheibe geleitet werden können. 
Wenn also die Heizungsluft durch beide Einstiege strömt, dann wird sie vorne im Bereich der A-Säule um 90° im Heizungsrohr nach oben gelenkt. An beiden Einstiegen im Bereich der A-Säule ist jeweils ein Stutzen angeschweisst. Dort wird je ein geriffelter Pappröhren-Schlauch aufgesteckt, der im Kofferraum ( beim Käfer vorne ) im Bereich rechts und links hinter der Armaturentafel wieder herauskommt. Auf diese beiden Schläuche wird jeweils ein Kunststoff-Verteilungsrohr aufgesteckt. In meinem Fall eine Dreifach-Verteilung. 
Im Werk werden diese geriffelten Pappröhren-Schläuche schon vor dem Einschweissen der Einstiege auf die Stutzen aufgesteckt und dann von unten durch die Karosserie "gefädelt", wobei auch gleich die Einstiege mit der Karosserie verschweisst werden. 
Beim Austausch der Schweller, habe ich vergessen, die Schläuche aufzustecken. Das Problem war: Man kommt nur noch sehr schwer an die Stutzen, weil man mit dem Arm und der Hand ziemlich tief an der A-Säule entlang hinuntergreifen muss. Doch der Raum vor den A-Säulen ist sehr sehr klein. Man braucht kleine Hände. Und dann soll man auch noch den Schlauch aufstecken können. ...    Für mich unmöglich und zudem holt man sich hier einige blutige Stellen an den Handrücken...

Deshalb habe ich zwei kleine Ausschnitte von unten (innen) in die A-Säule vorgenommen. 
Diese konnte ich dann Aufklappen wie ein "Adventskalendertürchen". 
Jetzt konnte ich bestens auf den Stutzen schauen und den Pappröhrenschlauch von oben in Richtung Stutzen durchfädeln und aufstecken. Das ausgeschnittene Blechstück wurde wieder zurückgeklappt und vorsichtig mit ein paar Schweisspunkten verschlossen, so dass der Pappröhrenschlauch dahinter nicht angeflemmt wurde. Für mich die beste Lösung. Vorallem weiß man, das die Schläuche perfekt auf dem jeweiligen Stutzen sitzen, sonst gibt es nachher womöglich ein Heizungsproblem. 


Dort, wo der rote Rostschutzgrund hingesprüht wurde, habe ich zuvor die Öffnung gemacht. Dort ist auch schon ein 3cm kreisrundes Loch vom Werk aus. Nur leider kann man da nicht wirklich durchgreifen um den Schlauch aufzustecken. Es ist nur ein Guckloch.


Hier sieht man die geriffelten Pappschläuche, die nach unten auf den Schweller gehen.
Obendrauf habe ich wieder die originalen Verteilerrohre gesteckt. Diese waren im Werk auch schon vorinstalliert und bekamen bei der Werkslackierung etwas manilagrüne Farbe ab. 



Hier sieht man die Schweisspunkte, mit denen ich das aufgeschnittene Blechstück wieder fixiert habe, nachdem der Schlauch vor der A-Säule auf den Stutzen aufgesteckt wurde. 
Die Naht wird nicht vollständig geschlossen sondern nur zugepunktet und später mit Karosseriedichtmasse abgedichtet und danach überlackiert. Für den Fall der Fälle, kann man hier jederzeit wieder öffen, indem man einfach die Schweisspunkte wieder durchtrennt. Sozusagen wie eine Wartungsklappe. 
Bei den meisten VW Käfern ist an diesen Stutzen absoluter Handlungsbedarf. Entweder sind die Pappschläuche abgerissen oder der Stutzen weggerostet.
Dann hat der Käfer bei Fahrten in winterlicher Kälte natürlich ein Heizungsproblem.


Am 31.05.26 musste noch eine ganz wichtige Arbeit sein: 

Das Abkleben.

Da die Vorgrundierung der Karosserie komplett mit 240er Schleifmittel angeschliffen wurde, muss jetzt das Abkleben sein. Ich möchte, das kein unnötiger Sprühnebel auf die Aussenseite der Karosse gelangt, wenn ich innen die Hauptgrundierung mit der Pistole auftrage.

Daher wurden alle Fenster von aussen mit Lackierfolie zugeklebt. Die Lackierfolie hat zwei Beschichtungen. Von der Seite, von der aus  man grundiert oder lackiert, muss die Schrift "Paint this side" richtig herum lesbar sein.
Da ich im Innenraum anfange mit der Hauptgrundierung, habe ich die Folie an den Fenstern, mit der Schrift nach innen lesbar, abgeklebt. 
An den Türausschnitten der Karosserie, werde ich die Folie nur vom Dach her herunterhängen lassen und etwas von aussen mit Klebeband fixieren, damit ich gegebenenfalls schnell aus der Karosse herauskomme zweckst Frischluft. Natürlich verwende ich auch eine effektive Lackiermaske von 3M mit 2 Filtern für diese Arbeit.
Die ganze Abklebearbeit war jedenfalls sehr entspannend für einen Sonntag Nachmittag. 



Hier schonmal die Fotos vom Abkleben:

In den nächsten Tagen erfolgt die Hauptgrundierung. Zunächst alle inneren Bereiche.